Kein Tolerieren von und kein Schweigen zu Antisemitismus

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Kein Tolerieren von und kein Schweigen zu Antisemitismus

Prof. Wolfgang Benz unterstützt die Islamisten von „Muslim-Markt“

Scholars for Peace in the Middle East/Wissenschaftler für den Frieden im Nahen Osten (SPME) ist eine internationale Wissenschaftlervereinigung, welche sich für Israel und Frieden im Nahen Osten engagiert sowie gegen Antisemitismus, Antizionismus und Israelfeindschaft aktiv ist. Ca. 55.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende, Graduierte und Aktivisten erhalten den regelmäßigen Newsletter von SPME/USA. SPME ist weltweit aktiv, u.a. mit eigenen Gruppen in Österreich und Deutschland.

Dabei sind insbesondere Aktivitäten von Wissenschaftlern im Blickfeld. Am 1. November unterzeichneten 38 Nobelpreisträger, darunter der Holocaustüberlebende Elie Wiesel, eine Erklärung gegen Israel-Boykotte.

Vor diesem Hintergrund ist ein Interview von Prof. Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Technischen Universität Berlin, von großer Bedeutung. Am selben 1. November 2010 publizierte die islamistische und antisemitische Seite „Muslim-Markt“ ein Interview mit Benz. Benz ist seit 1990 Leiter des ZfA und ein international bekannter Forscher zu Rechtsextremismus, Antisemitismus, Nationalsozialismus und den Holocaust. Das ZfA ist eine staatlich bezahlte Einrichtung, Benz ist eine Person des öffentlichen Interesses. Aus diesem Grund haben die Islamisten von Muslim-Markt ein Interesse, Werbung für ihre Seite zu bekommen.

Wer ein Interview gibt, macht sich kundig, für wen. Angenommen, Benz kannte Muslim-Markt noch nicht, was in seiner Position sehr ungewöhnlich wäre, so wird er einen Blick auf die online-Seite geworfen haben. Niemand gibt einer Zeitschrift, Zeitung oder online-Seite ein Interview, ohne zu wissen, wer das ist.

Was also findet man auf www.muslim-markt.de ? Dort ist die Rede von „Pseudostaat Israel “, „Zionisten raus aus Jerusalem “, „Zionisten sind Rassisten “ und es wird zum Boykott von Israel aufgerufen, grafisch mit einem durchgestrichenen Davidstern untermalt.

Muslim-Markt ist eine Iran-treue Seite, sie publizieren u.a. eine „Weihnachtsansprache“ des Holocaustleugners, Antisemiten und brutalen Diktators Ahmadinedschad von Dezember 2008. Die Seite ruft zu anti-israelischen Demonstrationen im November/Dezember 2010 in Wien auf, wo Israel als „Apartheidstaat “ diffamiert wird. Sie publizieren Bilder von Demonstrationen wie jene vom 2. Januar 2009 in Hamburg mit dem antisemitischen Slogan „Kindermörder Israel “.

In dem Interview mit Muslim-Markt kritisiert Benz diese antisemitische Seite mit keiner Silbe. Vielmehr stellt er sich gerade im Gespräch mit Islamisten als Opfer von „Hass“ und einer „Rufmordkampagne“ dar. Was werden die in iranischen Gefängnissen gefolterten Regimegegner dazu sagen, dass Benz den Iran-treuen Islamisten von Muslim-Markt Unterstützung gibt mit seinem Interview?

Mit „Hass“ meint Benz offenbar die Kritik von Wissenschaftlern, Publizisten, Autoren und Journalisten u.a. gegen die von ihm propagierte Analogie von „Islamkritik“ und Antisemitismus, wie sie im Dezember 2008 auf einer Konferenz am ZfA und in Artikeln seither deutlich wurde. „Hass“ ist demnach für Benz auch die Kritik an seiner Treue bis heute zu seinem Doktorvater Karl Bosl (bei dem Benz 1968 in München promoviert hat). Bosl war nicht nur ein NSDAP-Mitglied, vielmehr wurde er von der Schutzstaffel (SS) in einem großen Projekt bezahlt und war noch in den 1960er Jahren in revanchistischen Kreisen wie dem Witikobund aktiv.

Muslim-Markt ist eine in der Forschung zu Antisemitismus und Islamismus einschlägig bekannte Seite. Die Tageszeitung Die Welt berichtete 2009 über die Nähe von Neonazis/Rechtsextremisten zu Muslim-Markt, da beide Seiten ausgesprochene Feinde des jüdischen Staates Israel sind.

All das muss ein Leiter eines Zentrums für Antisemitismusforschung wissen. Benz hat dem Muslim-Markt ein Interview gegeben und keine Kritik an dieser antisemitischen Seite geübt, vielmehr wirbt diese Seite nun mit Benz als Gesprächspartner.

Damit macht der Professor der TU Berlin Antisemitismus salonfähig.

Für einen Forscher in einer solch exponierten Position wie Benz sie hat, ist ein solches Verhalten umso problematischer.

SPME Austria und SPME Germany drücken ihre Bestürzung darüber aus, dass ein Leiter eines Zentrums für Antisemitismusforschung Antisemitismus und Hass auf Juden in Israel („Zionisten raus aus Jerusalem“) mit einem solchen Interview mit „Muslim-Markt“ unterstützt.

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