Stellungnahme zu einem Vortrag von Dr. Sabine Schiffer anlässlich eines Seminars “Die Bilder des Islams und des Westens in deutschen und arabischen Medien”

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Aus Anlass eines Vortrages von Frau Dr. Sabine Schiffer bei einem Seminar “Die Bilder des Islams und des Westens in deutschen und arabischen Medien“ übermittelten die Vorsitzenden von SPME Germany und SPME Austria folgendes Schreiben an die Heinz – Schwarzkopf- Stiftung:

Sehr geehrter Herr Jan Philipp Beck!

Es ist uns erst jetzt zur Kenntnis gelangt, dass die Heinz-Schwarzkopf-Stiftung im Rahmen des Seminars “Die Bilder des Islams und des Westens in deutschen und arabischen Medien“ am Eröffnungstag, 11.06.2009, Frau Dr. Sabine Schiffer, Institut für Medienverantwortung, als Referentin eingeladen hat. Damit hat die Heinz-Schwarzkopf-Stiftung leider wenig Umsicht hinsichtlich des wissenschaftlichen Anspruchs eines solchen Seminars bewiesen.

Frau Schiffers Darstellungen entsprechen in keiner Weise den Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens, was nicht nur durch ihre Behauptung, die Kritik am iranischen Regime und am Islamismus sei ein rhetorisches Medienkonstrukt und reine Propaganda der Mächtigen des Westens, leicht darstellbar ist. Die von ihr betriebene Art der Medienkritik ist für eine seriöse Debatte ungeeignet. Von Frau Schiffer war und ist zum Thema Islamismus kein ernsthafter Diskursbeitrag zu erwarten, sie beschränkt sich üblicher Weise auf Ressentiments.

Sie trägt eine Kampagne gegen die Kritik an der Islamischen Republik Iran und vertritt u. A. die Meinung, dass das amerikanische Nuklearwaffenprogramm gefährlicher sei als das iranische Nuklearprogramm. (So im Leserbrief an die Nürnberger Zeitung)

Dem Übersetzungsdienst MEMRI mit Hauptsitz in Washington unterstellt sie tendenziös zu sein, wobei sie trotz nachgewiesener Terrorunterstützung Irans von einer “Überhöhung der Konfrontation Iran-Israel ” und von der “Kriegs-Rhetorik der mächtigen Staaten” spricht.

Die iranischen Juden leben nach den seltsamen Schlussfolgerungen von Frau Schiffer im Iran so gut, dass sie ohnehin bleiben möchten: “Warum die iranischen Juden den Iran nicht verlassen wollen angesichts ihrer angeblich existenziellen Bedrohung durch ein irrationales antisemitisches Regime, wurde psychologisch zu deuten und als Faktum zu entwerten versucht.” Dieser Fehlinterpretation steht allerdings entgegen, dass iranischen Juden vom Regime nur der Status als Dhimmis mit wesentlich eingeschränkten Rechten zuerkannt wird, den etliche von ihnen in auswegloser Lage stillschweigend zu erdulden bereit sind, so lange sich wenigstens keine Verschärfung ergibt. Aus der europäischen Wahrnehmung eines demokratischen Rechtsstaates ist jedoch ein solcher Status wegen seiner jederzeit möglichen, unterdrückerischen Ausweitung sehr wohl als existenzielle Bedrohung zu werten.

Im Juli 2007 nahm Frau Schiffer für den “legitimen Widerstand” in Afghanistan Partei – in ihrem Milieu ist das die übliche Umschreibung für Selbstmordattentate der Taliban. Zitat: “Der Ausflug an den Hindukusch ist kein Spaziergang, sondern eine völkerrechtswidrige Invasion, die immer mehr legitimen Widerstand hervorrufen wird.” Quelle: http://www.medienverantwortung.de/imv/pdf/zukunft_13.pdf

Im Mai 2008 kolportierte die gelernte Medienkundlerin unter der Überschrift: “Unserer Regierung weiß, dass sie uns belügt”: “Man weiß dass Taliban von Briten und USA mit finanziert werden.” Quelle: http://www.nrhz.de/flyer/pdf.php?id=12397

Diese und viele weitere Aussagen von Frau Schiffer zeigen die Verharmlosung von Islamismus, Antisemitismus und Terrorismus. Wir erwarten, dass die Heinz-Schwarzkopf-Stiftung von jeder weiteren Einladung von Frau Schiffer Abstand nehmen wird, und bedauern sehr, dass ihren kruden Ansätzen dort ein Podium geboten wurde.

In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort

Mit freundlichen Grüßen,

Für die deutsche Sektion von Scholars for Peace in the Middle East

Univ. Prof. Diethard Pallaschke, Vorsitzender
Dr. Elvira U. Grözinger, Stellvertretende Vorsitzende
Dr. Matthias Küntzel, Stellvertretender Vorsitzender

Für die österreichische Sektion von Scholars for Peace in the Middle East

Mag. Dr. Ruth Contreras, Vorsitzende
Mag. Eva Mühlhofer-Gurion, stellvertretende Vorsitzende

Stellungnahme zu einem Vortrag von Dr. Sabine Schiffer anlässlich eines Seminars “Die Bilder des Islams und des Westens in deutschen und arabischen Medien”

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