Osama bin Laden – Ende einer Mission

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Bin Ladens Tod markiert eine Zäsur. Die Terrorgefahr ist mitnichten gebannt, überdies lässt sich über die Legalität außergerichtlicher Tötungen philosophieren. Doch mit dem Oberterroristen stirbt auch der in Tora-Bora-Tagen erworbene Mythos der Unverwundbarkeit.

Osama bin Laden rief den Heiligen Krieg nicht etwa aus, weil er den Westen fürchtete, sondern weil er ihn für feige, verwöhnt und dekadent hielt. Im Jahre 1998 bündelte er seine Verachtung in einem legendären Satz: „Der Westen ist bereit, kalte Kriege zu führen, aber unvorbereitet, heiße Kriege zu führen.“ Das hatte ihn die Erfahrung aus den Jahren zuvor gelehrt: der Sturz des Schahs 1979 im Iran mit anschließender Machtübernahme der Mullahs, die Vertreibung der USA aus dem Libanon 1983, der schmähliche Rückzug 1993 aus Somalia. Nun wähnte er sich auf einer historischen Mission – diesem erbärmlichen Gebilde den Todesstoß zu versetzen.

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